Kursfahrt LK Geschichte nach Athen

Im April fand die diesjährige Kursfahrt im Rahmen des Leistungskurses Geschichte nach Athen statt, deren Bildungsziel unmittelbar an die Unterrichtsschwerpunkte vor allem des 1. Semesters anknüpfen sollte. Die besondere Bedeutung der Entwicklung der attischen Demokratie als Ursprung für die Herausbildung eines demokratischen Gemeinwesens in Europa und der griechischen Kultur als Identifikationsmuster und Vorbild, zumindest aber als Ausgangspunkt für weitergehende Entwicklungen bis in die Neuzeit bot den Anlass, sich an den historischen Stätten einen plastischen Eindruck von den Leistungen und Errungenschaften der Griechen – auch unter dem Einfluss der Römer –  zu verschaffen und gleichzeitig in das moderne Treiben der griechischen Metropole einzutauchen.

Noch am Anreisetag eroberten wir den seit der Krise Griechenlands in der Welt bekannten Syntagmaplatz an dessen Stirnseite das Parlamentsgebäude steht. Hier hatten wir das Vergnügen das besondere Schauspiel der Wachablösung der Evzonen (ehemalige königlich-griechische Leibgarde) vor dem Parlamentsgebäude am Grab des unbekannten Soldaten zu bewundern.

Schon am zweiten Tag besuchten wir den zentralen Ort, der wie kein anderer für das Selbstverständnis Griechenlands und insbesondere Athens steht. Die Akropolis mit dem auf beinahe allen Fotos und Karten abgebildeten Parthenon gehört zum Pflichtprogramm und zeugte auf beeindruckende Weise von den außergewöhnlichen Fähigkeiten der Athener, die Bedeutung der Götterwelt herauszustellen und die Architektur als Ausdrucksmittel zur Identitätsstiftung zu nutzen. Die zahlreichen Hintergrundinformationen der Stadtführerin zur Entstehungsgeschichte und der historischen Entwicklung bis in die Moderne brachten uns neue Erkenntnisse zu diesem einmaligen Komplex mitten in Athen, der auch einen Blick auf die Insel Salamis ermöglichte, Ort der berühmten Seeschlacht zwischen Griechen und Persern  480 v. Chr. Weitere historische Wegmarken der griechischen Antike kreuzten unseren Weg: So konnten wir einen Blick auf das Dionysos-Theater werfen, das als Geburtsstätte des europäischen Theaters gilt und die Tragödien der großen Dramatiker Aischylos, Sophokles und Euripides, aber auch Komödien des Aristophanes gesehen hat. Auch die Agora mit dem Hephaistos-Tempel – einem der besterhaltenen Tempel Griechenlands - , den Areopag, die Pnyx, alles Orte des demokratischen Gemeinwesens des antiken Athens, den Tempel des Olympischen Zeus, das Hadrianstor, das Panathenäische Stadion und einige Orte mehr durften wir bestaunen, wobei uns die Hitze und das vorgegebene rasante Tempo der Stadtführerin, durchaus zusetzten.

Anschließend folgte ein Besuch im Akropolismuseum, das zahlreiche archäologische Schätze für uns bereithielt, die von der Kunstfertigkeit der Griechen und ihrem einzigartigen Stil Zeugnis ablegen. Der besondere Charakter des Museums wird durch die Architektur erzeugt, wobei im oberen Bereich die Reste der umlaufenden Friese des Parthenon versammelt und in einer erstaunlichen Rekonstruktion die Bildgewaltigkeit und den Selbstanspruch Athens vermitteln, die man sich durch den gläsernen Korpus des Museums mit Blick auf die Akropolis wahrlich bildlich vorstellen konnte.

Am dritten Tag ging es auf eine ganztägige Exkursion zu weiteren Stätten von herausragender kultureller Bedeutung. Zunächst hielten wir am Kloster Ossios Loukas, einem orthodoxen Kloster aus dem 10. Jahrhundert nach Christus, dessen Hauptkirche Fresken von imposanter Schönheit präsentiert und Mosaike aus dem 11. Jahrhundert beherbergt, die zu den besterhaltenen in ganz Griechenland zählen, weshalb dieses Kloster nicht zuletzt den Status als Unesco Weltkulturerbe besitzt. Von hier aus ging es durch die Berge zur archäologischen Ausgrabungsstätte nach Delphi, Sitz des berühmten Orakels und nach antiken Vorstellungen Mittelpunkt der Welt. Beeindruckend war allein schon die Lage der Kultstätte am Fuße des Parnass-Massivs, in einer Hochgebirgsregion. Vor Ort konnten wir erneut die architektonischen Fähigkeiten bestaunen und erfuhren näheres zum Aufbau des Komplexes und der Funktion und immensen Strahlkraft in der antiken Welt sowie der prächtigen Ausgestaltung, nicht zuletzt durch die vielen Weihgeschenke und Schatzhäuser zu Ehren des Apollon und des Orakels. Auch die Vorstellung von illustren Theateraufführungen und sportlichen Wettkämpfen konnte man sich vor Ort lebendiger vorstellen. Dass sogar Könige aus dem fernen Lydien (Krösus) nach Delphi reisten, um an einem der wenigen Tage im Jahr das Orakel mit der Priesterin Pythia zu befragen, zeigt auf, welche Wichtigkeit die göttliche Vorhersage für das Handeln antiker Persönlichkeiten hatte. Aber auch hier war die Hitze ein kleiner Spielverderber, da der Auf- und Abstieg zur körperlichen Herausforderung wurde, die aber fast alle gemeistert haben.

Der vierte Tag stand ganz im Zeichen des modernen Athen. Zunächst ging es über den Hafen Piräus, mit der Straßenbahn in den Südosten entlang der Küste mit den zahlreichen Stadtstränden, an denen die Einwohner Athens den Feierabend und die Wochenenden genießen. Auch wir strandeten an einem der Abschnitte nahe Glyfada und genossen den Blick auf das Mittelmeer und die sommerlichen Temperaturen. Nach der Rückfahrt haben wir uns auf den Weg in die Altstadt (Plaka) gemacht, die mit ihren zahlreiche kleinen Gassen und Straßen einem Dorf in der Großstadt gleicht und das hektische Treiben nur wenige Meter entfernt vergessen lässt. Hier entdeckten wir die entspannte und kulinarische Seite von Athen am Fuße der Akropolis.

Den letzten Tag der Reise nutzten wir für einen Ausflug in das Archäologische Nationalmuseum, das meistbesuchte Museum Athens. Nachdem wir das Museum betreten hatten, war uns klar, weshalb so viele Menschen hierher strömen. Die Kunstschätze sind von außergewöhnlichem Rang und waren uns zum Teil auch schon aus den Schulbüchern bekannt. Sie vor Ort quasi „live“ zu sehen, war für uns beeindruckend und erkenntnisreich. Besonders der detailreiche Schmuck und die realitätsnahen Plastiken, die mythischen Figuren in all ihrer Vielfalt sowie die Büsten der berühmtesten Philosophen machten den Besuch lohnenswert, obwohl wir die enorme Masse an Ausstellungsstücken kaum verarbeiten konnten.

Voller neuer Eindrücke, einem leichten Sonnenbrand, etwas Schlafmangel und vielen Fotos ging es dann am Abend mit dem Flieger zurück nach Berlin, das uns mit etwas kühlem, aber doch angenehmen Wetter erwartete.

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